Sein produktivster Ort.
Die Zeit in der Domgasse gehört zu den produktivsten in Mozarts Leben. Termindruck und Mehrfachbelastung prägten den Alltag, Arbeitstempo und Stressfaktor waren hoch: Projekte besprechen, Ideen skizzieren, Stimmen ausschreiben, Noten kopieren, den Klavierpart einstudieren.
Während des intensiven halben Jahres, in dem Mozart "über Hals und Kopf" (Leopold Mozart) an der Oper "Le Nozze di Figaro" arbeitete, entstanden parallel dazu unzählige weitere Werke: die Musikkomödie "Der Schauspieldirektor", drei Klavierkonzerte, die "Maurerische Trauermusik", ein Klavier-Rondo, zwei Freimaurerlieder, eine Sonate für Klavier und Violine, diverse Operneinlagen sowie verschiedene kleinere Bläserwerke. Damals betrug, so wurde errechnet, Mozarts durchschnittliche tägliche Schreibleistung unglaubliche sechs Seiten mit jeweils 12 Zeilen.
Wie war dieses erstaunliche Arbeitspensum zu bewältigen? Lärm und Chaos scheinen den Komponisten nicht besonders gestört zu haben. Aus den Briefen der 1780er-Jahre weiß man, dass Mozart auch nach geselligen Abenden oft noch bis weit nach Mitternacht komponierte. Ab 1784 bemühte sich Mozart, nur mehr nachmittags Klavierstunden zu geben, "um jedn Vormittag zu Schreiben frey zu haben".
Mozarts komponierte Werke in der Domgasse 5 (nach dem Köchelverzeichnis 2024)
Mozart beginnt 1784 im "Verzeichnis aller meiner Werke" nahezu alle Kompositionen aufzulisten, die er von diesem Zeitpunkt bis zu seinem Tod verfasste. Zu jedem Werk fügte er ein Incipit bei. Mozarts Werkverzeichnis ist der vom Komponisten selbst verfasste, einzigartige Bericht über sein schöpferisches Leben.
Das Köchelverzeichnis
KV 492. KV 525. KV 550. Wer sich mit Mozart beschäftigt, begegnet diesen Nummern überall – sie sind das universelle System zur eindeutigen Identifikation seiner Werke. Das Köchelverzeichnis wurde 1862 vom österreichischen Musikwissenschaftler Ludwig von Köchel erstellt und ordnet Mozarts gesamtes Schaffen chronologisch. Jede Komposition erhält eine KV-Nummer – von frühen Kindheitsstücken bis zum unvollendeten Requiem. Bis heute ist es das Standardreferenzwerk für Mozarts Musik, weltweit.
Die Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg hat das Verzeichnis vollständig digitalisiert. Forscher, Musikliebhaber und Neugierige aus aller Welt können Mozarts Werke damit bequem online durchsuchen und neu entdecken.
1784
1785
1786
Le Nozze di Figaro – Opera buffa in 4 Akten
Datiert: 29. April 1786
Leopold Mozart schreibt in einem Brief an seine Tochter vom 3-5. November 1785, dass er bereits seit 6 Wochen nichts mehr von Wolfgang gehört habe, er habe ihm etwas von einer neuen „Opera“ geschrieben und meinte man wird sehen. In dem nächsten Brief an Maria Anna am 11-12. November 1785 schreibt er dann „Endlich habe vom 2tς Novembς: einς Brief von deinem Brudς erhaltς und zwar in 12 Zeihlς. Er bittet um Verzeihung, weil er über Hals und kopf die opera, le Nozze di Figaro, fertig machς muß…daß er, um den Vormittag zum Schreibς freÿ zu habς, alle seine Scolarn auf Nachmittag verlegt hat pp: – ich kene die piece, es ist ein sehr mühesames Stück, und die Übersetzung aus dem franzς: hat sicher zu einer opera freÿ müssς umgeändert werdς, wens für eine opera wirkung thun soll. Gott gebe, daß es in dς action gut ausfallt; an dς Musik zweifle ich nicht.“
Die literarische Quelle zu „Le Nozze di Figaro“ stammt von Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais (1776 La folle journée ou Le mariage de Figaro).
Mozart wählte das höchst erfolgreiche Theaterstück als Basis für seine neue Oper. Librettist ist Lorenzo da Ponte bearbeitete die Handlung so, dass politische Konnotation vermieden wurde. Das Stück vom Beaumarchais wurde in Wien verboten, nicht aber den Druck in deutscher Übersetzung.
Die Oper wurde am 1. Mai 1786 im Wiener Burgtheater urraufgeführt. Insgesamt 10 Mal.
Nach zweieinhalbjähriger Pause wurde das Stück in einer zweiten Fassung aufgeführt. Mozart veränderte das Stück, da sich die wichtigsten SängerInnen änderten. Er komponierte auch zwei neue Arien KV 577/KV 579. Außerhalb Wiens ist diese zweite Fassung nicht bekannt und spielt auch heute in der Aufführungspraxis keine Rolle.
Fragment: Quartettsatz in Es-Dur für Klavier, Violine, Viola und Violoncello
Datiert: Wien, vermutlich Frühjahr 1786